Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Thema zu einem Blogthema machen soll. Ich möchte hier auch über Dinge schreiben,die mich beschäftigen und so habe ich mich nun doch dazu entschieden. 

*Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir Abschied nehmen.* ~ Albert Schweitzer ~ 

2017-04-12-11-46-57-163

Habt ihr schon einmal eine Trauerkarte verfassen müssen? Jemandem schriftlich das Mitgefühl ausdrücken müssen? Nicht mal persönlich fällt es leicht und schriftlich ist es noch viel schwerer, doch heute musste ich diesen Weg zu ersten mal in meinem Leben wählen, da ich nicht mit zu einer Beerdigung kann am morgigen Tag. Was schreibt man den Menschen, die das Wichtigste im Leben verloren haben? Wie soll man in Worte fassen,was man selbst schwer nur begreifen kann? Gerade denke ich daran, wie es für mich war meine geliebten Großeltern zu verlieren. Hätten Worte mich trösten können?

Hoffnung geben – Mitgefühl ausdrücken – wie soll das gehen in so einer schweren Zeit? Trauer ausdrücken, die man selbst doch nicht begreifen kann – Im Herzen nicht versteht! Warum fällt uns Menschen so schwer, Trauer wirklich zum Ausdruck zu bringen? Warum ist es so schwer mitzuteilen, was man sagen möchte? vielleicht weil man seiner eigenen Vergänglichkeit bewusst wird? Weil man selbst vor Augen geführt bekommt, wie schnell es vorbei sein kann? Plötzlich ist er nah – der Tod – das Ende des weltlichen Seins! Auch wenn wir alle wissen, dass wir vergänglich sind, so versuchen wir doch nicht dran zu denken. Bewusst wird es uns erst, wenn wir den Tod sehen und fühlen, die Trauer in uns tragen. so wie ich am heutigen Tag. 

Lange habe ich überlegt, wie ich die Trauerkarte formuliere, denn nur ein “ aufrichtiges Beileid “ wirkte mir zu wenig, auch wenn es “ nur“ der Onkel meines Exmannes ist. Ist es nicht zuwenig nur Beileid zu wünschen, wenn man weiß wie sehr die Ehefrau und die Kinder trauern? Wie beginnt man so einen Brief an Hinterbliebene? 

                    “ Zu unserem Bedauern erfuhren wir….. “                                        

                  “ Wir haben von eurem Verlust erfahren…..“                                  

“ In stiller Anteilnahme…..“  

Wie formuliert man die Worte, wo man weiß keins dieser Worte kann über den Verlust hinwegtrösten!? Kann man es wirklich besser verfassen,wenn der Mensch länger im Sterben lag? Weil die Angehörigen dann länger Zeit haben sich darauf vorzubereiten? Kann man wirklich in so einem Schreiben Hoffnung geben? Hoffnung darauf das die Sonne irgendwann wieder scheint? Der Verlust irgendwann nicht mehr so tief schmerzt? Das was mir am leichtesten fiel, wenn ich das so sagen darf, waren die letzten Worte : “ Unser tiefstes Mitgefühl und viel Kraft, senden wir zu euch in eure Herzen“  Doch ist das genug der Worte, wo man eigentlich keine Worte finden kann? 

* Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. * ~ Psalm 23, 1-4 ~ 

Eure nachdenkliche Kathrin  

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